Fachbegriffe

Ansprechpartner Kompetente Ansprechpartner für Factoring sind die führenden Factoringinstitute in der Schweiz sowie der Schweizerische Factoringverband

Ausfallrisiko Risiko des teilweisen oder vollständigen Forderungsverlustes wegen der Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers (Debitors). Der Factor übernimmt das Ausfallrisiko bis zu hundert Prozent regresslos. (Delkredere)

Basel III Der Begriff Basel III bezeichnet ein Reformpaket des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) für die bereits bestehende Bankenregulierung Basel II. Es stellt die Reaktion auf die von der weltweiten Finanz- bzw. Wirtschaftskrise ab 2007 offen gelegten Schwächen der bisherigen Bankenregulierung dar und soll ab 2013 schrittweise in Kraft treten.

Beteiligungskapital Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Mittel, die von Beteiligungsgesellschaften in nicht börsennotierte Unternehmen investiert werden (siehe auch Private Equity).

Bonität Kreditwürdigkeit von Geschäftspartnern; die laufende Bonitätsprüfung der Debitoren gehört zum Service des Factors. Sie ist mitentscheidend für die Höhe der Forderungs-Finanzierung.

Branchen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen der verschiedensten Branchen nutzen die Vorteile des Factoring. Zu den Factoringkunden gehören zunehmend auch junge Unternehmen oder solche, die im Export tätig sind.

Debitoren-Ausstände Unbezahlte Rechnungen, die die Liquidität belasten; betriebswirtschaftlich gesehen totes Kapital, das sich mit Hilfe von Factoring problemlos aktivieren lässt. (Liquidität)

Debitorenbuchhaltung Beinhaltet die Überwachung und Verbuchung der Zahlungseingänge. Diese Arbeiten werden im Rahmen des Factoringvertrages vom Factor übernommen.

Debitorenmanagement Dazu gehören Debitorenbuchhaltung, regelmässige Bonitätsprüfung, Mahnwesen und Inkasso. Gerade für kleinere Unternehmen ist das Debitorenmanagement häufig mit erheblichem Zeit- und Personalaufwand verbunden; hier hilft der Factor durch die Übernahme eben dieser Aufgaben (Outsourcing).

Delkredere Haftung des Factors für teilweisen oder vollständigen Forderungsverlust durch Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers. Die Zahlungsunfähigkeit gilt nach einer festgelegten Frist ohne besonderen Nachweis als eingetreten, wenn der Abnehmer nicht gezahlt und keine Einwände gegen seine Zahlungspflicht erhoben hatte.

Eigenkapitalquote Kennzahl aus der Bilanzanalyse, bei der das Eigenkapital zur Bilanzsumme in Beziehung gesetzt wird.

Export-, Importfactoring Factoring für grenzüberschreitende Waren- und Dienstleistungsgeschäfte, bei denen Unternehmen (Exporteure, Importeure) die Leistungen eines Factors in der Schweiz in Anspruch nehmen. Die Factoringanbieter wickeln Factoring entweder direkt oder unter Einschaltung eines Korrespondenzpartners in den jeweiligen Exportländern ab. (Internationale Kooperation)

Factoring Unter Factoring versteht man die Abtretung von Geldforderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen mittels Zession. Factoring dient der kurzfristigen Umsatzfinanzierung und dem Schutz vor Forderungsausfällen; schliesslich gehört zum Factoring auch die Übernahme des Debitorenmanagements.

Echtes Factoring Der Factor hat keine Rückgriffsmöglichkeit auf seinen Kunden, d.h. er übernimmt bei Zahlungsunfähigkeit des Debitors das Ausfallrisiko.

Unechtes Factoring Der Factor hat die Möglichkeit, bei Zahlungsunfähigkeit des Debitors auf den Factorkunden zurückzugreifen.

Factoringgebühr Preis für die Übernahme des Ausfallrisikos und des Debitorenmanagements durch den Factor. Er richtet sich nach Risiko und Arbeitsaufwand und liegt in der Schweiz in der Regel zwischen 1,0% und 3,0% vom angekauften Forderungsbestand (Bruttoumsatz).

Factoringinstitut (Factor) Anbieter der Finanzdienstleistung Factoring, zu der neben der kurzfristigen Umsatzfinanzierung auch eine Absicherung vor Forderungsausfällen und die Übernahme des Debitorenmanagements gehören. Die in der Schweiz tätigen Factoring-Gesellschaften bieten ihren Kunden neben dem Standardfactoring, auch Full-Service-Factoring genannt, vielfältige Factoringvarianten, die sich nach den Bedürfnissen der Kunden richten.

Forderungs-Ausstände Ausstände aus Warenlieferungen und Dienstleistungen; ohne die Nutzung von Factoring sind sie für den Lieferanten bis zur endgültigen Bezahlung mit einem Ausfallrisiko verbunden. Durch die Abtretung seiner Debitorenforderungen an den Factor erhält der Lieferant sofort Liquidität.

Forfaitierung Mit Forfaitierung bezeichnet man eine Form der Exportfinanzierung, bei der ein Finanzinstitut (Forfaiteur) mittel- bis längerfristige Exportforderungen ankauft. Der Forfaitierung liegen abstrakte Zahlungsforderungen, z.B. Wechsel- oder Buchforderungen, zugrunde.

Gemeinsamer Europäischer Markt Durch den gemeinsamen Europäischen Markt hat sich seit 1993 der Wettbewerb, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, verschärft, ihnen gleichzeitig aber neue Marktchancen eröffnet. Factoring bietet den Unternehmen den Vorteil, den Kunden die im Ausland üblichen längeren Zahlungsziele einräumen zu können und sich gegen hohe Ausfallrisiken abzusichern. Inkasso Einzug von Forderungen; im Rahmen des Factoring gehört das Inkasso zum Debitorenmanagement.

Internationales Factoring Factoring für grenzüberschreitende Waren- und Dienstleistungsgeschäfte, wird je nach Sitz des Factorkunden als Export- oder Importfactoring bezeichnet. Das Factoringgeschäft wird entweder auf direktem Wege oder unter Einschaltung eines Korrespondenzpartners in den jeweiligen Ländern abgewickelt.

Insolvenz Dauernde Unfähigkeit, fällige finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen.

Kosten des Factoring Die Kosten des Factoring setzen sich aus den Zinsen für die Finanzierung der Forderungen und dem Factoringentgelt zusammen. Die Zinsen entsprechen den banküblichen Kontokorrentzinsen, die Laufzeit wird anhand des Zahlungseingangs der ausstehenden Forderungen berechnet. Fallweise kann für die Bonitätsprüfung ein weiterer Kostenfaktor hinzukommen.

Kunden des Factors Vorwiegend kleine und mittlere Unternehmen aus den verschiedensten Branchen mit Umsatzwachstum und gewerblichen, seltener auch privaten Abnehmern; es kann sich dabei um Hersteller, Händler oder Dienstleister handeln.

Leasing Leasing dient zur Finanzierung von Fahrzeugen, Maschinen und anderen mobilen Anlagegütern. Die geleasten Gegenstände bleiben im Eigentum der Leasinggeber, während der Leasingnehmer die Gegenstände gegen Zahlung einer regelmässigen Leasingrate nutzen kann.

Liquidität Wird vom Factor bereitgestellt; betriebswirtschaftliche Grundbedingung für soliden geschäftlichen Erfolg, häufig durch hohe Debitoren-Ausstände gefährdet.

Mahnwesen Teil des Debitorenmanagements, das bei den meisten Factoringvarianten auf den Factor übertragen wird.

Nutzen des Factoring Verbesserte Liquidität durch Abbau der Forderungs-Ausstände, Einsparungen beim Einkauf durch Skonti und Rabatte, bis zu hundertprozentige Sicherheit vor Zahlungsausfällen, Kostenersparnis für das Debitorenmanagement, laufende Bonitätskontrolle der Debitoren, zusätzlich Verbesserung der Bilanzstruktur, Image-Verbesserung bei Banken und Lieferanten.

Offenes Factoring In der Schweiz vorherrschende Form des Factorings, bei der die Debitoren über die Zusammenarbeit mit dem Factor mittels Vermerk auf der Rechnung informiert werden.

Outsourcing Auslagerung einzelner Betriebsfunktionen, Rationalisierungseffekt, Inanspruchnahme spezialisierter Dienstleister; Factoring ermöglicht das Outsourcing des Kosten- und personalintensiven Debitorenmanagements.

Private Equity Es handelt sich um Beteiligungskapital, das durch Unternehmensbeteiligungsgesellschaften als eine Form der Übergangsfinanzierung zur Verfügung gestellt wird.

Rabatte Bringen Kostenersparnis beim Einkauf, lassen sich in der Regel durch Bar-oder Schnellzahlung erzielen. Vorteilhafte Einkaufskonditionen lassen sich ohne ausreichende Liquidität kaum erwirken.

Rating Banken erstellen für jedes Unternehmen vor einer Kreditvergabe eine individuelle Bonitätsanalyse und daraus ein so genanntes Rating. Dabei handelt es sich um eine Kennzahl, die eine Ausfallwahrscheinlichkeit des Unternehmens kennzeichnet.

Risikoübernahme Wichtige Leistung im Rahmen des Factorings; der Factor übernimmt das Risiko bis zu hundert Prozent regresslos, er trägt also das volle Ausfallrisiko bei Insolvenz des Abnehmers.

Sicherheitseinbehalt/Klienten-Anteil Dient dem Factor zum Ausgleich von Rabatten, Skonti oder eventuellen Mängeleinreden durch Debitoren; er beträgt in der Regel 20 % der abgetretenen Forderung und wird bei Fälligkeit verrechnet bzw. ausbezahlt.

Stammkunden Wichtigste Kundengruppe jedes Unternehmens, die häufig weitgefasste Zahlungsziele in Anspruch nimmt. Unternehmen mit vielen Stammkunden sind typische Factoringnutzer.

Venture Capital Unter Finanzierung mit Hilfe von Venture Capital versteht man eine zeitlich begrenzte Beteiligung an Unternehmen durch spezielle Gesellschaften oder durch Fonds, die zu diesem Zweck aufgelegt werden. Venture Capital dient häufig zur Gründungsfinanzierung innovativer Unternehmen oder zur Finanzierung des Forschungs- und Entwicklungsprozesses bis zur Entwicklung von Prototypen.

Zahlungen des Factors Der Factor zahlt normalerweise innert 1 bis 5 Arbeitstagen nach Vorlage der Rechnungskopien bis zu 90 % des Rechnungsbetrages aus; die Restsumme dient als Sicherheitseinbehalt und wird nach Begleichung der Rechnung durch den Debitor überwiesen.

Zahlungsziele Zahlreiche Unternehmen räumen ihren Kunden grosszügige Zahlungsziele ein und schaffen sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Für sie eignet sich Factoring besonders.

Zessionskredit Es handelt sich um einen kurzfristigen Kredit, der durch globale Abtretung offener Forderungen an ein Kreditinstitut gesichert wird. In der Regel beleihen die Banken aber nur inländische Forderungen und auch nur pauschal in Höhe von 40 % bis 60 % des abgetretenen gesamten Forderungsbestandes.

Zukunft Factoring ist heute aus der internationalen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Zunehmend mehr Unternehmen in aller Welt nutzen diese moderne alternative Finanzdienstleistung zur Umsatzförderung und Existenzsicherung. In der Schweiz erlebt Factoring seit einigen Jahren ein lebhaftes, kontinuierliches Wachstum.